Wenn George W. mein Nachbar wäre…

SZ-Magazin vom 3.Juli 2009, S. 14: „Oh W“

Eine Möglichkeit... Quelle: blogwiese.de

Eine Möglichkeit... Quelle: blogwiese.de

Hello Mr.Bush! How are u doing today?

Thanks, fine! What about you?

Oh, awesome, thank you very much. We’ll have a BBQ tonight, would be nice if you…

Yes, of  course!I’ll make a salad! What kind  do you prefer? I’m pretty famous for the tomato one! I add Gin…but do not tell that to the other neighbours, ok? It’s my  secret…

Nein, nein, nein. So sähe es bei mir nicht aus, wenn ich in einem noblen Villenviertel im Norden von Dallas leben würde und George W. seit Neuestem mein Nachbar wäre. Ich hätte mir auch kein Schild mit „Willkommen zu Hause, George &Laura“ aufgehängt. Ich würde mich wohl zu den 73 Prozent der Amerikaner zählen, die ihn und seine Politik ablehnten.

Aber neugierig wäre ich schon.

George steht in seinem Garten und spritzt die Pflanzen mit einem Wasserschlauch ab.

Hi George!

Hi Nachbar!

Sag mal, haste das mit dem Waterboarding schon mal selber ausprobiert?

Nö, wieso?

Außerdem würde mich wirklich interessieren, ob er tatsächlich davon ausgeht, die Geschichte würde seine Rolle würdigen. Denn: er ist nicht nur namentlich eine verschwommene Kopie seines Vaters. George Bush junior regierte wie sein Vater, befahl den Krieg gegen Afghanistan und den Irak. Dumm nur, dass es bis zum Ende seiner Amtszeit zu keinem erfolgreichen Abschluss gekommen ist. Im Gegenteil: eine klaffende und pochende Wunde im Nahen/Mittleren Osten, ein aussichtsloser Kampf, dem sich jetzt Obama widmen muss.  In Afghanistan startet heute die Großoffensive.

George liegt in der Sonne und liest ein Comic.

Und George W., meinen Sie das bringt was? Nochmal das Dreifache an jungen Kerlen und Mädels, die sonst keine Perspektive haben und auf die „health insurance“ setzen, in das Gefecht zu schicken? 60 000 Söhne, 60 000 Väter, 60 000 Brüder…60 000 Töchter, 60 000 Mütter, 60 000 Schwestern…

George lacht. Ach, das war heute? Ich muss mal kurz telefonieren, sorry!

Und weg ist er in seiner Villa.  Im Radio singt PINK „Dear Mr. President“. Laura backt gerade, die Tochter kommt heute zu den Eltern…

Schade, ich wollte ihn doch endlich mal fragen, was er damals bei Michael Moores Oskarrede gedacht hat! „Shame on you, Mr. Bush!“

Na ja. Ich seh ihn ja heute Abend beim BBQ. Auf den Tomatensalat bin ich wirklich gespannt.

Einige Zitate, die ich gerne auch mal am Gartenzaun hören würde: Bushs Rhetorikkünste.

Kleine Kostprobe:

”You know, one of the hardest parts of my job is to connect Iraq to the war on terror“

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