Unten leuchten die Sterne – Berliner Bekenntnisse?

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Bildunterschrift SZ:  „Berliner Bekenntnisse…“ (Sinngemäß): Seit Barack Obama ist die amerikanische Flagge auch in Deutschland wieder tragbar geworden

Artikel vom 25.Juni 2009, Seite 2, Thema des Tages „Geschäftsreise nach Washington“, vierspaltiges Aufmacherbild

Ticker: Merkel in Washington – Beziehungen zwischen USA und Deutschland opportunistisch und rein geschäftlich, eben politisch – Aber immerhin gibt es diese Beziehungen wieder

Die furchtbar wütende und Amerika-kritische Band „Rage Against the Machine“ hat es zu ihrem Programm gemacht, die Tagesschau auch, sie allerdings nicht absichtlich:

Umgekehrte Staatsflaggen, besser gesagt: auf dem Kopf stehende Staatsflaggen.

Was verdrehte Flaggen bedeuten

In Kriegszeiten hieß eine verkehrtherum- gehißte Flagge, dass man kapitulieren werde. Im Allgemeinen wird die Pervertierung eines Nationalsymbols dafür verwendet, auszudrücken, dass man keinen Respekt vor einem Staat hat. Man will sogar dem Ansehen des Staates schaden. Dafür kann man mit Bußgeldern oder auch Haft bis zu drei Jahren bestraft werden.

Hermeneutisch das Potenzial einer Atombombe

Die Sueddeutsche Zeitung hat sich heute  zu den Flaggen-Verdrehern gesellt. Wenn auch vermutlich unabsichtlich. Es ist ein Agentur-Bild, wahrscheinlich hat da jemand einfach nicht genau hingeschaut. Allerdings: Ein Versehen mit skandalöser Auswirkung.  Das Bild lässt sich eindeutig als Anti-Amerika-Bekenntnis interpretieren, das Ganze noch garniert mit einem der Symbole für die deutsche Hauptstadt, nämlich der Berliner Siegessäule. Und der Fahnenträger: vermutlich türkischer Herkunft, Angehöriger der islamischen Glaubensgemeinschaft.

Im Kontext der Berichterstattung über die deutsch-amerikanischen Beziehungen hat dieses vierspaltige Aufmacherbild der Seite 2  hermeneutisch das Potenzial einer Atombombe.

Journalistische Sorgfaltspflicht?

In diesem Falle wäre es euphemistisch von Versehen zu sprechen. Dieses Versehen birgt eine zu krasse Aussage. Solch sensible Themen wie politische Beziehungen sollten nur mit journalistischer Sorgfaltspflicht angegangen werden. Das Bild für sich genommen, ohne zu interpretieren, ist sicherlich künstlerisch sehr wertvoll – aber ästhetische Kriterien gehören wohl eher in den Feuilleton-Teil.  Die Kunst kennt auch keine Grenzen. Obwohl: Selbst Karrikaturen haben schon Krisen ausgelöst…

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2 Antworten zu “Unten leuchten die Sterne – Berliner Bekenntnisse?

  1. „Die furchtbar wütende und Amerika-kritische Band “Rage Against the Machine” hat es zu ihrem Programm gemacht, die Tagesschau auch, sie allerdings nicht absichtlich…“ hehehe

    Ist mir heute beim Lesen der Süddeutschen gar nicht aufgefallen. Gut aufgepasst!

  2. Tja, da bist du wohl nicht der einzige, dem das nicht aufgefallen ist.
    Auutsch…ganz fiese Sache.
    Kann mir aber lebhaft vorstellen, wie das abgelaufen ist. Bildbeschreibung: Amerikanische Flagge + Berlin bei der laif, VOLLTREFFER! super passt ja perfekt und ab zum Druck!Shit!

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